Themenbereiche

Siedlungsraum und Frühgeschichte

Von der Natur- zur Kulturlandschaft

Martin Hasler, Hans Maurer, Heiner Uehlinger

"Lange Zeiten sind aber nötig gewesen, bis die heutige schön ausgeglichene Ebene zwischen Bern und Thun fertig war" – so beschrieb vor achtzig Jahren Jakob Lüdi die Geschichte der Entstehung unserer Landschaft treffend. In vergleichsweise kurzen Zeiten veränderte der Mensch den Lauf von Aare und Grabenbach mehrmals. Waren früher Begradigungen und Kanalisierungen angesagt, so arbeitet man heute an der Renaturierung.
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Von keltischem Schmuck zur römischen Badekultur

Lilian Raselli-Nydegger 

Ein hochangesehener keltischer Familienclan hat vor mehr als 2000 Jahren in Münsingen gelebt – davon zeugt am südlichen Dorfrand ein grosses Gräberfeld. Es gehört zu den bestdokumentierten keltischen Fundstätten Europas. Eine Sorte Gewandnadeln trägt sogar die wissenschaftliche Bezeichnung „Typ Münsingen“. Die Kelten wurden im 1. Jahrhundert v.Chr. von den Römern abgelöst. Eine römische Villa samt ihrem wirtschaftlichen Umfeld befand sich im Bereich der Kirche Münsingen. Diese Funde und Spuren erlauben uns die nachfolgenden Einblicke in Münsingens frühgeschichtliche Zeit.
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Orts- und Flurnamen - Herkunft und Bedeutung

Peter Glatthard

Orts- und Flurnamen begleiten uns täglich. Ohne sie ist eine Orientierung in Gelände oder Karte unmöglich. Sie stehen auf Wegweisern, sind zuverlässige Wegführer, aber reine Orientierungsmarken, blosse Bezeichnungen, deren Bedeutung für die Orientierung belanglos ist. Einheimische und Gäste gelangen nach Münsingen, ohne zu wissen, was der Ortsname bedeutet. Und doch wissen wir, dass jeder Name einen Sinn in sich trägt. Diesen Sinn, diese Bedeutung blosszulegen, ist Sache der Sprachwissenschaft.
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Halbstädtisches Dorf mit bäuerlichen Spuren

Fritz Lauber

Die Situation ist bekannt: Allabendlich stauen sich Autokolonnen im Dorf. Auch tagsüber ein ununterbrochenes Gefahre. Vom und zum Bahnhof strömen Hunderte. Münsingen ist eine typische Agglomerationsgemeinde, die in den letzten 60 Jahren stündlich fünf Quadratmeter Boden der Landwirtschaft wegnahm. Mit Kirchenbezirk, historischen Gasthöfen und mit dem Schlossgut konnte sich die Gemeinde immerhin einige schöne Zeugen früherer Jahre erhalten. Wie sich Münsingen entwickelte, sei hier nachzuzeichnen versucht.
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Die Menschen und ihre Gesellschaft

Die Bevölkerungsentwicklung – ein Spiegel von Wirtschaft und Gesellschaft

Carole Burkhalter

Lange Zeit verhinderten Krankheiten und Seuchen eine merkliche Zunahme der Bevölkerung. Als diese seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wuchs, fehlten Arbeitsplätze, und Menschen verhungerten wegen häufiger Missernten. Nun begann die Auswanderung nach Übersee. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung infolge eines wirtschaftlichen Aufschwungs und besserer hygienischer Verhältnisse stärker zu. Heute, nach dem Pillenknick und dank medizinischer Fortschritte, wird die Überalterung zum Problem.
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Armut und Armenfürsorge

Rudolf Gimmel, Peter Matti

Armut gab es auch früher schon. Waren einst unter anderem Hungersnöte, Epidemien oder uneheliche Kinder Ursache, sind es heute Wirtschaftskrisen, mangelnde Qualifikation und schlecht bezahlte Arbeit, hohe Scheidungsraten. Auch der Umgang mit Armut hat sich grundlegend verändert: Früher waren Arme hauptsächlich sich selbst überlassen; heute kennen wir Solidarität in Form von AHV/IV, Krankenkassen, Arbeitslosenkassen.
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Gesundheitswesen – von der Badestube zum modernen Spital

Hans Maurer

Im Mittelalter galten Seuchen als Strafe Gottes für ein sündiges Leben. Folglich bestand die Behandlung oft in Gebeten und Anrufung von Heiligen. Von da bis zur heutigen modernen Medizin mit hochspezialisierten Apparaten und Medikamenten war ein langer Weg.
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Umgang mit dem Fremden – eine Collage

Peter Stettler, Albert Kündig, Therese Metzger-Münger, Beat Frey, Armon Hartmann, Daniel Weber

Ortsgeschichten hiessen früher oft Heimatbücher. Heimat bedeutet Vertrautheit – was hat das Fremde also in einer Ortsgeschichte zu suchen? Es geht um fremde Menschen, die gewollt oder ungewollt zu uns kommen, als Besetzer, Internierte, Flüchtlinge, Gastarbeiter. Wie haben sie unser Dorf erlebt, wie sind wir ihnen begegnet? Münsinger haben aber auch immer wieder das Fremde gesucht – zur Bildung oder auf der Suche nach einer neuen Heimat.
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Religion, Bildung und Kultur

Kirche, Religion und gute Sitten

Hans Maurer, Ernst W. Eggimann, Elisabeth Lanz

Seit jeher hatten die christlichen Kirchen eine grosse Bedeutung im Leben der Bevölkerung, indem sie das Denken und den Lebenswandel in hohem Masse beeinflussten. Den Gläubigen lag auch viel am Erscheinungsbild sakraler Bauten. Tiefgreifende Veränderungen auf kirchlichem Gebiet wurden durch die Reformation, das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Mobilität der neuesten Zeit bewirkt.
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400 Jahre Schulgeschichte

Gerhard Schaer

Bis ins 19. Jahrhundert blieb die Schule mit Riesenklassen im Buchstabieren und Katechisieren stecken und die ländliche Bevölkerung wollte nicht auf die Kinder als Arbeitskräfte verzichten. Erst im Zuge der Regeneration ab 1831 wurde der Schulbesuch obligatorisch und ermöglichte die systematische Alphabetisierung der Bevölkerung. So bescheiden die Anfänge auch sein mochten, sie legten unter widrigen Umständen den Grundstein und wurden Voraussetzung für Fortschritt und Wohlstand nachfolgender Zeiten.
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Kunst- und Kulturschaffen

Sarah Pfister, Hans Maurer

Römische Mosaike, ein vielfältiges Kulturprogramm der Vereine und der Einwohnergemeinde, ein Museum, Künstlerateliers in ehemaligen Fabrikgebäuden, ehrwürdige Bauwerke aus längst vergangenen Zeiten: Münsingen hat ein reges Kulturleben und weit in die Vergangenheit zurückreichende kulturgeschichtliche Zeugnisse zu bieten. Hier ein kleiner Streifzug durch das kulturelle Leben der Gemeinde im Wandel der Zeit.
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Die Vereine – ihre Vielfalt und Bedeutung

Werner Lüthi, Hans Maurer, Daniel Weber

Turn- und Sportvereine, Schützenvereine sowie Musik- und Gesangsvereine haben seit Mitte des 19. Jahrhunderts als wichtigste Träger des kulturellen Lebens die Entwicklung des Dorfes wesentlich mitgeprägt. Zusammen mit einer Vielzahl von gemeinnützigen und Freizeitvereinen spielen sie bis heute eine zentrale Rolle im sozialen und kulturellen Leben der Gemeinde.
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Herrschaft und Gemeinde

Die Herrschaft Münsingen von ihren Anfängen bis zum Ende des Ancien Régimes

Franziska Ruchti

Die Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter waren geprägt von einzelnen Familien, die über Eigentum, Untertanen und Rechte verfügten. Die frühesten mittelalterlichen Herrscher über Münsingen, der König von Burgund sowie die Grafen von Zähringen, von Kyburg und von Habsburg, wurden abgelöst durch die Rittergeschlechter von Münsingen und Senn sowie die Patrizierfamilien vom Stein, von Büren, Nägeli und Steiger, die die Geschicke Münsingens bis Ende des 18. Jahrhunderts bestimmten.
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Von der alten Dorf- zur modernen Einwohnergemeinde

Peter Stettler

Ausgelöst durch die Französische Revolution und die Regentschaft Napoleon Bonapartes änderten sich Machtverhältnisse, Gemeindeorganisation und politischer Alltag vom Zusammenbruch des Ancien Régimes bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz immer wieder. Der Weg von der Patrizier-Herrschaft zur direkten Demokratie führte über etliche Umwege.
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Gemeindepolitik und politischer Alltag im 20. Jahrhundert

Daniel Weber

Münsingen hat sich seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nicht nur gesellschaftlich und baulich verändert, sondern auch politisch und institutionell weiterentwickelt. Aus einer schwach organisierten Dorfgemeinde, deren Politik weitgehend durch die dörfliche Oberschicht bestimmt wurde, ist ein Gemeinwesen mit Parlament und einem zentralen Verwaltungsapparat entstanden, das bestrebt ist, seine Aufgaben wirtschaftlich zu erfüllen.
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Öffentlichkeit und Medien – von der Zensur zur multimedialen Informationsflut

Albert Kündig

Im Ancien Régime wurde die Information der Bevölkerung durch die Regierenden bestimmt und durch die Kirche vermittelt. Erst nach den politischen Umwälzungen von 1831 bildete sich eine durch Meinungsvielfalt geprägte Öffentlichkeit, vor allem gefördert durch neue Zeitungen. Mit den «Emmentaler Nachrichten» als Vorläuferin der heutigen «Berner Zeitung» spielte Münsingen über Jahrzehnte eine wichtige Rolle in der regionalen Medienlandschaft, in der heute auch Radio, Fernsehen und Internet um die Gunst der Bürgerinnen und Bürger buhlen.
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Wirtschaft und Infrastruktur

Vom römischen Gutshof zum modernen Landbau

Robert Friedli, Albert Kündig

Münsingen muss man sich bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert als klassisches Bauerndorf vorstellen, das sein Auskommen mehrheitlich in der Landwirtschaft und den zugehörigen Gewerben fand. Von den damals noch um die 100 Betrieben existieren heute gerade noch 13 – äusseres Merkmal eines tiefgreifenden Wandels, der auch die Art der Bewirtschaftung betraf und mit einem namhaften Rückgang des landwirtschaftlich genutzten Bodens und dem Verschwinden genossenschaftlicher Organisationen einherging.
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Vom Handwerk der Kelten zum Industrieroboter

Albert Kündig

Die noch immer bestehende Mühle verkörpert das älteste in Münsingen urkundlich nachweisbare Gewerbe. Über Jahrhunderte waren Handel und Handwerk auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts löste die Einführung der Elektrizität eine eigentliche Welle von Firmengründungen aus. Mit der frühen Ausrichtung auf nachhaltige Produkte gelang es verschiedenen Firmen, sich trotz Rezessionen erfolgreich in einem immer globaleren Umfeld auf dem Markt zu behaupten.
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Der Verkehr als Triebfeder der Entwicklung

Peter Stettler, Peter Wälti

Während Jahrhunderten waren es bloss Wege, Strassen und die Aare, die unseren Vorfahren für den Personen- und Warentransport zur Verfügung standen. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Bern–Thun 1859 und der Autobahn A6 1972 führten schliesslich zu neuen Entwicklungsmustern bei der Mobilität mit entsprechenden Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung, das Gewerbe und die Industriebetriebe.
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Wasser, Energie und Entsorgung

Hans Zeindler, Willi Frei, Markus Sterchi, Walter Stamm, Walter Ryser

In einer unglaublich kurzen Zeitspanne baute Münsingen vor 110 Jahren die Wasserversorgung und das Elektrizitätsnetz auf: Zwischen den ersten Ideen und der Inbetriebnahme lagen gerade einmal 18 Monate. Bedeutend länger dauerte es, um der schon in den 1920er-Jahren akuten Gewässerverschmutzung und der immer grösseren Abfallberge Herr zu werden. Heute kann sich das Dorf aber rühmen, im Umwelt- und Energiebereich eine Vorreiterrolle einzunehmen.
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